Ein Hund in der Schule? Was für eine Idee...
Alles nur ein Traum?
2005, Salzburg (A)Ich hatte während meines Studium als Grundschullehrerin (in Luxemburg Kinder von 6 bis 13 Jahren) immer einen Traum: die Hunde als pädagogisches "Mittel" in der Klasse einzusetzen. Da Jacky zu dieser Zeit schon 9 Jahre alt war, habe ich entschieden mir einen Zweithund zuzulegen: Djane. Sie kam im Alter von 10 Wochen zum ersten Mal mit in meine Praktikumsschulklasse, nachdem ich mir dieses Projekt bei der Schulleitung von der Grundschule und von meiner Hochschule hart erkämpfen musste. Leider hielt die Skepsis von Seiten meiner Professoren noch längere Zeit an ;-(
Die Verwirklichung meines Projektes
2004, Corroy-le-Grand (B)Doch ich war mir des Erfolgs meines Projektes von Anfang an sehr sicher und ließ mich nicht demotivieren. Die Kinder wurden in die Aufgaben eines Hundehalters vollkommen integriert und bekamen verschiedene Verantwortungsbereiche zugeteilt. Ich lehrte sie die Körpersprache der Hunde und das richtige Handeln gegenüber fremden Hunden. Auch die ängstlicheren Kinder Hunden gegenüber wurden rasch sicherer im Umgang mit den Hunden. Eltern und Kinder waren begeistert.
2005, Salzburg (A)So habe ich weitere Praktikums in anderen Schulen absolviert (1. Klasse, 2. Klasse und Förderschule mit einem autistischen Kind) und schließlich meine Abschlussarbeit über Hunde in der Schule geschrieben, wo ich mit den Assoziationen ETHOLOGIA , IEMT und IAHAIO zusammengearbeitet habe. Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren auch meine restlichen Professoren sich des Erfolgs bewusst und ich bestand meine Prüfungen mit Bravour. ;-)
In der Praxis
2004, Corroy-le-Grand (B)Im täglichen Leben als Lehrerin einer 5./6. Klasse (10 - 13 Jahren) sieht diese Arbeit leider etwas anders aus.
Hier zu Lande läßt die Quantität des Lehrprogrammes wirklich keine Zeit, um solche Projekte richtig in der Schule zu integrieren, was ich sehr Schade finde... Hier müssen die Kinder Deutsch, Französich, Luxemburgisch bereits in der Grundschule beherrschen, was viel Zeit und Geduld in Anspruch nimmt.
Doch mache ich vor Ferienbeginn einen Spaziergang in den Wald mit Hunden und Kindern und die Hunde sind öfters freitagnachmittags die 2 Stunden in der Klasse anwesend. Die Kinder erfreut es sehr ;-)
Auch muss man bedenken, dass die Anwesenheit der Hunde in der Klasse ein großer, zusätzlicher Verantwortungsfaktor für den Lehrer mit sich bringt. Es gibt immer wieder Kinder, die versuchen Grenzen zu überschreiten, und als Lehrer muss man somit die Augen überall haben, was sehr anstrengend ist. Hunde bleiben nun mal Lebewesen und werden nie zum Spielzeug. Ich bin mir dieser Verantwortung sehr bewusst...
Shetland Sheepdog - Zucht "of Magical Seasons" (FCI)

